Gemeinde wirbt für Gully-Gießpatenschaften
Kleinere Wasseransammlungen etwa in Untertöpfen oder Eimern als Brutstätten zu vermeiden gilt als die wichtigste Maßnahme bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke. In Gullys oder Abflüssen auf den Straßen bleibt jedoch immer etwas Wasser stehen, was die lästigen tagaktiven Stechmücken, die sich in der Gemeinde angesiedelt haben, gerne nutzen. Gullys und Abflüsse müssen deshalb regelmäßig mit einem Bioinsektizid gewässert werden, wofür die Gemeinde in den betroffenen Straßen mit Gießpatenschaften wirbt.
Eine solche Gießpatenschaft haben Silvia Vosseler und Hubertus Gabel im Floriansring übernommen. Alle zwei Wochen sind sie dort rund um ihr Haus im Einsatz und gehen mit einem Drucksprüher, in dem sich das aufgelöste Bioinsektizid Bti befindet, gegen die Tigermücken vor. Die beiden sind leidgeprüft. Schon seit ein paar Jahren beeinflussen die invasiven Stechmücken ihre Lebensqualität. Ein Aufenthalt im Freien, ohne von den sogenannten Lästlingen mit zahlreichen Stichen versehen zu werden, scheint gerade im Spätsommer kaum mehr vorstellbar. Gerne betätigen sie sich deshalb als Gießpaten, um gegen die Ausbreitung der Tigermücken vorzugehen. Der zeitliche Aufwand ist dabei überschaubar. In rund einer Viertelstunde sind alle Gullys und Abflüsse alle zwei Wochen in ihrem Gebiet bewässert. In anderen Straßen haben sich sogar Gießgemeinschaften gegründet, wo das Bewässern abwechselnd übernommen wird. „Es ist ein tolles Engagement, das Bürgerinnen und Bürger hier zeigen“, so Bürgermeisterin Birgit Kannegießer. „Nur durch konsequentes und gemeinsames Handeln können wir diese Plage eindämmen.“
Die Gemeinde gibt das Bti kostenlos nach einer Beratung an die Bürgerinnen und Bürger aus. Die Tabletten enthalten einen biologischen Wirkstoff des Bakteriums Bacillus thuringensis israelensis (Bti), der die Larven der Tiger- wie weiterer Stechmücken zum Absterben bringt. Einfluss auf andere Tierarten hat das Bti nicht. Es sollte dennoch nur dort angewendet werden, wo sich Wasseransammlungen nicht vermeiden lassen. Gullys und Abflüsse können mit Drucksprühern oder auch einfach mit der Gießkanne bewässert werden.
Je nach Wetterlage geht die Tigermücken-Saison von März oder April bis Ende September, Anfang Oktober. Wer eine Gießpatenschaft in seiner Straße übernehmen will, kann sich mit Lisa Dönges vom Bereich Umwelt und Klima der Gemeinde in Verbindung setzen: Tel. 06257/990-206, E-Mail lisa.doenges@seeheim-jugenheim.de.
Informationen rund um die Asiatische Tigermücke und weitere invasive Arten hat die Gemeinde auf ihrer Webseite zusammengestellt, Suchbegriff „Invasive Arten“.
Auf dem Bild: Bürgermeisterin Birgit Kannegießer lässt sich von Silvia Vosseler und Hubertus Gabel zeigen, wie sie mit dem Drucksprüher die Gullys mit dem aufgelösten Bti bewässern.

