Hauptstraße mit Häusern in Jugenheim

Erinnerungsarbeit

Erinnerungsarbeit

Warum ist es Arbeit, sich zu erinnern?

Manche Erinnerungen lasten schwer. Damit sie nicht dauerhaft zu einer Last werden, ist es wichtig, den Blick in die Vergangenheit zu richten - denn nur so können wir aus dem Vergangenen lernen.

Gerade die Verbrechen und Gräuel, die während der Nazi-Zeit geschehen sind, sollten uns zu einem klaren „Nie wieder“ führen. Daran müssen wir arbeiten.

Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim hält auf vielfältige Weise die Erinnerung wach: mit regelmäßigen Gedenkveranstaltungen zum 9. November 1938, zum Volkstrauertag und zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar sowie mit Stolpersteinen und mit Dokumentationen, die das Vergangene ins Jetzt holen.

Kontakt

Sabine Milewski

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Schulstraße 12
64342 Seeheim-Jugenheim

Tel. 06257 990-103
Fax 06257 990-44103

E-Mail presse@seeheim-jugenheim.de

Aktuelles

Auf den Spuren jüdischen Lebens mit Klaus Knoche

Teilnehmer einer Stolpersteinführung in Seeheim

Am 26. März fand der Nachholtermin für die eigentlich zum Holocaust-Gedenktag geplante Stolpersteinführung in Seeheim statt. Neben den Lebensgeschichten zu Stolpersteinen unter anderem von Dr. Arthur und Marguerite Mayer in der Albert-Schweitzer-Straße bezog Klaus Knoche in seinem Vortrag dieses Mal auch die Biographien von Widerstandskämpfern wie Georg Reith mit ein. Der mutige Pfarrer, der 1932 mit seiner Familie nach Seeheim zog, war Mitglied der Bekennenden Kirche und hat immer wieder Juden während des Nazi-Regimes zur Flucht verholfen. Sind wir alle wachsam genug, um ein „Nie wieder“ zu erreichen? Mit dieser Frage verabschiedete sich Klaus Knoche von den rund 40 Teilnehmern der Führung. Auf dem Bild: Klaus Knoche (ganz rechts) bei der Stolpersteinführung vor dem Haus von Dr. Arthur und Marguerite Mayer in der Albert-Schweitzer-Straße.


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Dokumentationen

Gedenkveranstaltungen

Stolpersteine

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Seeheim´s Altes Rathaus am Sebastiansmarkt

Im entstehen

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Zeichnung Mann mit Handy

Stolperstein-App 

Zwischen 2013 und 2014 wurden in Seeheim-Jugenheim insgesamt 40 Stolpersteine als Zeichen der Erinnerung in das Pflaster gesetzt. Die Idee, mit den kleinen quadratischen Messingtafeln an das Schicksal jener Menschen zu erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden, geht auf den in Köln lebenden Künstler Gunter Demnig zurück. Rund 70.000 Stolpersteine wurden seit dem Start seines Projekts 1992 in europäischen Kommunen verlegt: das größte dezentrale Mahnmal weltweit.

Teile der Lebensgeschichten in Seeheim-Jugenheim, die sich hinter den Stolpersteinen verbergen, sind in der Dokumentation über die „Opfer des Nationalsozialismus“ zu finden, die die Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl im Auftrag der Gemeinde erarbeitet hat und 2012 herausgegeben wurde. Für den Arbeitskreis „Wider das Vergessen“ hat Klaus Knoche zudem zu den Stolpersteinverlegungen dreizehn Einzel- und Familienschicksale näher recherchiert, die auf der Gemeinde-Webseite nachzulesen sind und deren Geschichten er auch immer wieder bei Stolpersteinführungen anlässlich von Gedenktagen erzählt. 

Die Gemeinde möchte nun noch einen Schritt weiter gehen und eine Stolperstein-App erstellen, um die Erinnerung auch in einer digitalisierten Form zu bewahren. So könnte man sich etwa übers Handy direkt die Lebensgeschichten erzählen lassen, wenn man über einen der Steine im wahrsten Sinne stolpert und mehr wissen will als den bloßen Namen und die Geburts- und Sterbedaten. Schließlich sind die Stolperstein-Geschichten ein wichtiger Teil unserer Ortsgeschichte.

Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, eine Autoren-Patenschaft für einen der geplanten Hörbeiträge zu übernehmen. In drei Projektblöcken soll von April bis Juni 2022 daran gearbeitet werden, wobei die Teilnehmer unter anderem lernen, einen Audiobeitrag zu gestalten: vom Schreiben fürs Sprechen bis zum Umgang mit Aufnahmegeräten und Schnittsoftware. 

Bei Interesse am Projekt:
Sabine Milewski, Tel. 06257/990-103, presse@seeheim-jugenheim.de.