Osterglocken blühend in leuchtenden Gelb auf der Wiese

Gemeindewald

Gemeindewald

Waldweg durch einen großen Wald mit Stämmen an den Seiten

Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim ist von Wald umgeben, darunter auch 663,6 Hektar Gemeindewald. Der übrige Wald gehört zum Beispiel dem Land Hessen oder ist im Privateigentum. Der Gemeindewald gliedert sich in zwei Gebiete: 193 Hektar auf der Rheinebene sowie 471 Hektar auf dem Vorderen Odenwald mit dem größten zusammenhängenden Gebiet zwischen Malchen und Seeheim.

Die Rheinebene und der Vordere Odenwald stellen zwei unterschiedliche Naturräume dar, die sich deutlich voneinander unterscheiden. In der Ebene dominieren Sandböden mit einer geringen Wasserspeicherfähigkeit. Bei den Hängen des vorderen Odenwaldes liegen überwiegend plutonische Gesteine des Odenwaldes und Spessarts auf, stellenweise mit einer Lössauflage, die gute Eigenschaften für Pflanzenwachstum aufweist.

Der Gemeindewald Seeheim-Jugenheim ist ein buchendominierter Wald, vor allem im Bereich des Vorderen Odenwaldes. Rund 59 % der Baumarten im Hauptbestand macht die Buche aus. Gefolgt von der Kiefer mit 16 %, die insbesondere in der Ebene vorkommt. Den geringsten Anteil im Gemeindegebiet macht die Fichte aus (die Daten stammen aus dem Entwurf der Forsteinrichtung 2026). Der gesamte Gemeindewald ist nach FSC und PEFC zertifiziert, außerdem nimmt die Gemeinde Seeheim-Jugenheim am Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement teil.

Förstersprechstunde

Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim bietet meist zweimal im Jahr eine sogenannte Förstersprechstunde mit dem Revierförster an. Die Förstersprechstunde stellt eine geführte Waldbegehung dar, bei welcher der Revierförster Waldgebiete vorstellt, interessante Details erzählt, Maßnahmen aus den Waldwirtschaftsplänen vorstellt und Fragen beantwortet.

Bei der letzten Förstersprechstunde im Frühjahr 2026 ging es entlang des Langes Berges zwischen Malchen und Seeheim um die Themen Waldzusammensetzung, klimawandelbedingtes Trockenstressrisiko für Bäume, das Vorkommen nicht heimischer Arten, Waldwegeinstandsetzung und die Probleme mit dem großen Maikäfer-Vorkommen.

Die nächsten Förstersprechstunden werden über Pressemitteilungen und im Veranstaltungskalender der Gemeinde angekündigt.

Meldungen und Fragen

Bei Fragen rund um Maßnahmen im Gemeindewald, bei umgestürzten Bäumen, illegalen Müllablagerungen oder sonstigen Anliegen wenden Sie sich an forst@seeheim-jugenheim.de

Leitbild Wald

In einem partizipativen Prozess zwischen den gemeindlichen Parteien, Naturschutzverbänden, Jagdpächtern und der Forstwirtschaft ist ein Leitbild Wald entstanden mit Leitlinien für den Gemeindewald.

Einige Ergebnisse daraus sind:

  • Waldfunktionen: Die Schutzfunktion hat die höchste Priorität, gefolgt von der Erholungsfunktion. Die Holznutzung ist nachrangig.
  • Der maximale Holzeinschlag soll maximal 50 % des jährlichen Zuwachses betragen, die Pflegeeingriffe werden minimiert und Kronendachöffnungen sollten bei maximal 20 % liegen.
  • Naturwaldflächen: 10 % der Waldflächen werden aus der Nutzung genommen.
  • Die Naturverjüngung hat Vorrang vor der Pflanzung. Insgesamt sollen standortheimische Baumarten gefördert werden und standortgerechte Baumarten aus Mitteleuropa sind zu einem geringen Umfang möglich.
  • Die Jagd ist notwendig, um waldverträgliche Wildbestände zu sichern und die Naturverjüngung ohne Schutzmaßnahmen zu ermöglichen. Die Wirksamkeit soll durch geeignete Monitoring Maßnahmen überprüft werden und auf Wildfütterung soll verzichtet werden.
  • Pro Hektar Gemeindewaldfläche sollen 10-15 Habitatbäume ausgewiesen werden, außerdem soll der Totholzanteil auf mind. 40 Vfm/ha steigen und der Anteil an alten Bäumen (mind. 140 Jahre alt) soll auf 10 % des Holzvorrates erhöht werden.
  • Bodenschutz: Rückegassen sollen grundsätzlich mindestens 40 m Abstand, auf empfindlichen Böden 60 m haben. Harvester sollen nur eingesetzt werden, wenn andere Verfahren nicht sinnvoll sind.
  • Die Erholungsfunktion im Wald ist wichtig, der Gemeindewald soll auch in Naturwaldflächen zugänglich bleiben. Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit ergänzen das Angebot.