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Klimaanpassung am Langen Berg


Infos von Lisa Dönges, Bereich Umwelt und Klima:

Wie kann sich unser Wald an die Folgen des Klimawandels anpassen? Was schafft er aus eigener Kraft und wo sind gezielte Maßnahmen notwendig? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 30 Interessierte bei der zweiten Förstersprechstunde am  21. September. Im Rahmen der Woche der Klimaanpassung und der Deutschen Waldtage begaben sich die Teilnehmenden gemeinsam mit Revierförster Dirk Hungenberg und seinem Kollegen Marc Wätzold vom Forstamt Darmstadt auf eine Wanderung durch den Gemeindewald entlang des Langen Bergs

Zwei Pflanzflächen im Fokus

Ein Schwerpunkt der Wanderung lag auf zwei Pflanzflächen, die unterschiedliche Einblicke in die Entwicklung des Waldes ermöglichten. Die erste besuchte Fläche war die Pflanzfläche, die anlässlich des 1150-jährigen Jubiläums Seeheims im Rahmen einer Bürgerpflanzaktion entstand. Sie steht beispielhaft für das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für den Gemeindewald und dessen Zukunft. Dort konnte man die Entwicklung der Fläche, den Schutz der Fläche vor Verbiss und den Einfluss benachbarter Flächen sehen.

An der zweiten Pflanzfläche konnten die Teilnehmenden die Entwicklung der vor vier Jahren gepflanzten Flatterulmen begutachten. Die Bäume haben sich gut entwickelt und zeigen, wie sich die gepflanzten Baumarten an ihrem Standort etablieren.


Unterschiedliche Standorte, unterschiedliche Schäden

Während der Wanderung wurde deutlich, wie unterschiedlich die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit innerhalb des Gemeindewaldes ausfallen können. Die Standortbedingungen spielen dabei eine wichtige Rolle. An eher nördlich gelegenen Standorten sind teilweise weniger Hitze- und Trockenheitsschäden zu erkennen. Deutlich stärker betroffen sind hingegen Bäume an südwestexponierten Hangflächen. Auch der Bodenaufbau beeinflusst die Standortbedingungen und damit die Entwicklung der Bäume. Besonders sichtbar sind die Schäden an der Buche, der vorherrschenden Baumart in diesem Bereich des Waldes. Die Beobachtungen verdeutlichen, dass die Widerstandsfähigkeit eines Baumes nicht allein von seiner Art abhängt, sondern auch von den jeweiligen Bedingungen am Standort.

 

Warum gezielte Waldpflege wichtig ist

Ein weiteres Thema war die Frage, wie der Wald bei seiner Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden kann. Revierförster Dirk Hungenberg erläuterte, warum gezielte und schonende Pflegeeingriffe im Gemeindewald durchgeführt werden oder geplant sind. Dabei ging es auch darum, welche Entwicklungen ohne entsprechende Pflege zu erwarten sind und wie durch fachgerechte Eingriffe die Voraussetzungen für einen arten- und strukturreichen Wald geschaffen werden können. Ziel ist es, die Entwicklung des Waldes langfristig zu begleiten und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber den veränderten klimatischen Bedingungen zu unterstützen. Dabei gilt es, die jeweiligen Standortbedingungen zu berücksichtigen und Maßnahmen an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.


Klimaanpassung vor Ort im Austausch

Begleitet wurde die Wanderung auch von der Koordinierungsstelle Klimaanpassung des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Sie stand den Teilnehmenden für Fragen rund um das Thema Klimaanpassung zur Verfügung.

Die Woche der Klimaanpassung (WdKA) ist eine Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, die seit 2022 vom Zentrum KlimaAnpassung (ZKA) umgesetzt wird. Die WdKA soll eine Aufmerksamkeit für die Folgen des Klimawandels schaffen und dabei den Austausch zwischen Akteuren ermöglichen sowie zur Umsetzung eigener Klimaanpassungsmaßnahmen motivieren.  Die deutschen Waldtage werden vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) initiiert. Diese Tage haben sich zu bundesweiten „Tagen des offenen Waldes“ entwickelt, bei denen unter anderem die Forstwirtschaft, Verbände und lokale Akteure die Öffentlichkeit zu Veranstaltungen in die Wälder einladen. Die Waldbewirtschaftung steht durch den Klimawandel vor großen Herausforderungen, weshalb bei den Deutschen Waldtagen der Dialog mit Bürgerinnen und Bürger dazu gesucht wird. Das diesjährige Motto lautete „Wälder & Wirtschaft“.