Schad- und Gefahrenstellen werden markiert
Auf Straßen, Gehwegen und Plätzen in Seeheim-Jugenheim finden sich seit einigen Wochen etliche pinkfarbene Markierungen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um sogenannte Gaunerzinken, mit denen Einbrecher Häuser markieren. Die Punkte, Striche oder auch Bögen sind vielmehr die Kennzeichnungen des neuen Straßenbegehers, der seit Anfang September Schad- sowie mögliche Gefahrenstellen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht im Gemeindegebiet markiert und aufnimmt. Rund 350 solcher Stellen hat er im September ausfindig gemacht, die nun gelistet sind und abgearbeitet werden.
Nach einem festen Tourplan nimmt der Straßenbegeher seine Kontrollen in regelmäßigen Intervallen zwischen zwei und vier Wochen vor. Höchste Priorität hatten bei seinem Arbeitsbeginn im September dabei zunächst Schul- und Radwege, öffentliche Plätze sowie Bereiche rund um Altersheime, wo mit einem erhöhten Publikumsaufkommen zu rechnen ist. Gibt es Schad- oder Gefahrenstellen, werden sie entsprechend markiert, damit sie später bei der Beseitigung schnell wieder aufgefunden werden können. Zurück im Büro, pflegt der Straßenbegeher seine Fundstellen in eine Liste ein, beurteilt sie und weist ihnen Kategorien zu. Denn Gefahrenstellen müssen so schnell wie möglich beseitigt werden, bei den meisten Schadstellen ist die Behebung zwar wichtig, aber nicht ganz so vordringlich. Je nach Schaden wird anschließend der kommunale Betriebshof beauftragt oder auch ein externes Vertragsunternehmen. Um hier schneller reagieren zu können und auch Kosten zu sparen, soll der Betriebshof künftig stärker in die Behebung der Schäden eingebunden werden. Eine zusätzliche Stelle ist dafür bereits eingeplant.
Der Straßenbegeher nimmt aber nicht nur Gefahren- und Schadstellen auf Straßen, Gehwegen und Plätzen auf, er hat auch den Überwuchs von Sträuchern und Bäumen auf privaten Grundstücken in den öffentlichen Raum im Blick. Ist hier ein Rückschnitt erforderlich, klingelt er entweder direkt bei den Eigentümern oder wirft eine Benachrichtigung in den Briefkasten. „Eine App zur Straßenkontrolle würde so etwas nicht erfassen genauso wie kleinere Schäden auf Straßen oder Gehwegen, die sich schnell zu größeren Problemen entwickeln können“, erklärt Carsten Zimmermann vom Tiefbauamt der Gemeinde. „Wir sind gerade dabei, die Prozesse weiter zu automatisieren. Eine App kann eine Unterstützung sein, sie kann aber das fachliche Auge nicht ersetzen.“
Auf dem Bild: Der neue Straßenbegeher Frank Timmers bei der Markierung einer Schadstelle.

