Kleine Tiere, große Schäden
Die Große Drüsenameise ist eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich aber auch in Deutschland immer mehr aus. Anders als heimische Arten hat die Topina Magnum mehrere Königinnen und bildet so Superkolonien. Gehwege oder Einfahrten etwa können über große Flächen unterhöhlt und geschädigt werden. In Reinheim, Roßdorf, Darmstadt, Sprendlingen und Offenbach ist ihr Vorkommen unter anderem nachgewiesen. Jetzt hat es auch einen Fund in Seeheim-Jugenheim gegeben. Für das Vorkommen hat die Gemeinde bereits einen Gutachter beauftragt, der das Ausmaß identifizieren und Handlungsempfehlungen geben soll.
Gefunden wurde die Große Drüsenameise an einem Gehweg und einem sich anschließenden privaten Gelände in der Alten Bergstraße in Jugenheim. Der Verdacht, dass es sich um die invasive Ameisenart handelt, wurde den Anwohnern von einem Schädlingsbekämpfer bestätigt. Erkennen lässt sich die Große Drüsenameise, die anders als ihr Name vermuten lässt, nur wenige Millimeter groß ist, zum einen an ihrem markanten Geruch. Zerdrückt man ein Exemplar zwischen den Fingern, so riecht es nach Aceton oder auch nach Zitronen. Zudem sind die Arbeiterinnen einer Kolonie unterschiedlich groß und ziehen sich nicht zurück, wenn sie gereizt werden, sondern strömen aus und verteidigen ihre Kolonie. In einem Nest gibt es darüber hinaus nicht nur eine, sondern mehrere Königinnen, was die Superkolonien mit mehreren Millionen Ameisen erklärt.
Bei einem Verdacht auf das Vorkommen der Großen Drüsenameise sollte man Fotos oder ein Video der Sichtung bei der Meldestelle des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hochladen und begutachten lassen. Seit Anfang April gibt es diesen kostenfreien Bestimmungsservice das Landes, der helfen soll, die Ausbreitung der Großen Drüsenameise einzudämmen. Denn bei einem Verdacht ist schnelles Handeln wichtig. Nach Bestätigung sollte man zudem umgehend die Gemeindeverwaltung informieren. Ansprechpartnerin ist Lisa Dönges vom Bereich Umwelt und Klima, Tel. 06257/990-206, E-Mail lisa.doenges@seeheim-jugenheim.de. Für die Bekämpfung der Drüsenameise im öffentlichen Raum ist die Kommune zuständig, im privaten Bereich müssen die Betroffenen selbst tätig werden. Je nach Ort und Größe des Befalls, kann es ausreichen, die Ameisen in den Nestern mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher zu bekämpfen. Bei einer größeren Ausbreitung muss gegebenenfalls ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden. Da die Ameisenart meist über Erde und Pflanzen verschleppt wird, empfiehlt es sich außerdem, beim Kauf oder der Weitergabe insbesondere von mediterranen Pflanzen diese auf einen Ameisenbefall zu überprüfen. Ist eine Pflanze betroffen, sollte sie komplett mit dem Topf luftdicht verpackt und über den Restmüll entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. In die Biotonne oder zum Kompost gehört sie auf gar keinen Fall.
Weitere Informationen sowie den link zur Meldestelle gibt es unter www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/grosse-druesenameise.
Informationen zu invasiven Arten in Seeheim-Jugenheim wie Asiatischen Tigermücken, Asiatischen Hornissen und Großen Drüsenameisen gibt es auch auf der Gemeinde-Webseite.
Foto: A. Höcherl, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS)

