Zeitungen in einem Zeitungsständer beim Händler

Mit Köderboxen, kochendem Wasser und Nematoden


Im Mai hat wurde ein Vorkommen der Großen Drüsenameise an einem Gehweg sowie auf angrenzenden privaten Grundstücken in der Alten Bergstraße in Jugenheim festgestellt. Inzwischen wurden durch Meldungen von Bürgern weitere betroffene Gebiete in Jugenheim wie etwa in der Bahnhofstraße oder in der Saarstraße/Ecke Weinbergstraße ausgemacht. Im öffentlichen Bereich setzt die Gemeinde Seeheim-Jugenheim ein zuckerhaltiges Ködergel in speziellen Boxen zur Bekämpfung der invasiven Ameisenart ein. Zusätzlich ist ein Schädlingsbekämpfer vor Ort, der mit einem Heißwasser-Schaum-Verfahren und mit Nematoden gegen die Drüsenameisen vorgeht.

Die Große Drüsenameise ist eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich aber auch in Deutschland immer mehr aus. Anders als heimische Arten hat die Tapinoma Magnum mehrere Königinnen und bildet Superkolonien oftmals unter Platten und Pflastersteinen. Gehwege oder Einfahrten und Stellplätze können so über große Flächen unterhöhlt und geschädigt werden. Aber auch in Gebäude kann die Große Drüsenameise eindringen und zu Schäden an der technischen Infrastruktur führen.

Bei Befall ist deshalb schnellstmögliches Handeln gefragt, wobei für die Bekämpfung auf den privaten Grundstücken die Eigentümer selbst verantwortlich sind. Im öffentlichen Raum ist die Kommune zuständig, die nach Beratung durch professionelle Schädlingsbekämpfer Köderboxen in den betroffenen Gebieten platziert hat. Das Gel, das die Ameisen so aufnehmen und an die Kolonien weitergeben, enthält einen insektiziden Wirkstoff, der Larven, Arbeiterinnen und Königinnen zum Sterben bringt. Darüber hinaus wird von einem Schädlingsbekämpfer regelmäßig kochendes Wasser auf die betroffenen Stellen ausgebracht, was die Ameisen oberirdisch wie unterirdisch abtötet. Kombiniert wird dies noch mit dem Einsatz von Nematoden. Die kleinen Fadenwürmer sind nützliche Helfer aus der Natur, die die Schädlinge biologisch bekämpfen.

Wer den Verdacht hat, dass sich die Große Drüsenameise auf seinem Grundstück angesiedelt haben könnte, sollte sich unverzüglich mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen. Zusätzlich kann man auch Fotos oder ein Video der Sichtung bei der Meldestelle des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hochladen und begutachten lassen. Seit Anfang April gibt es diesen kostenfreien Bestimmungsservice das Landes, der helfen soll, die Ausbreitung der Großen Drüsenameise einzudämmen.

Erkennen lässt sich die Große Drüsenameise, die anders als ihr Name vermuten lässt, nur wenige Millimeter groß ist, zum einen an ihrem markanten Geruch. Zerdrückt man ein Exemplar zwischen den Fingern, so riecht es nach Aceton oder auch nach Zitronen. Zudem sind die Arbeiterinnen einer Kolonie unterschiedlich groß und ziehen sich nicht zurück, wenn sie gereizt werden, sondern strömen aus und verteidigen ihre Kolonie. In einem Nest gibt es darüber hinaus nicht nur eine, sondern mehrere Königinnen, was die Superkolonien mit mehreren Millionen Ameisen erklärt. Heimische Ameisenarten sollten von der Bekämpfung möglichst unberührt bleiben.

Kontakt: Lisa Dönges, Bereich Umwelt und Klima, Tel. 06257/990-206, E-Mail lisa.doenges@seeheim-jugenheim.de.

Foto: Mit einem Heißwasser-Schaum-Verfahren wird kochendes Wasser auf die Stellen im öffentlichen Raum ausgebracht, die von der Großen Drüsenameise befallen sind.