Mitbestimmung von der Wandfarbe bis zum Inhalt
Zum Jahresbeginn hat Stefan Wennmacher die kommunale Kinder- und Jugendförderung in Seeheim-Jugenheim übernommen. Nach einer Einarbeitungsphase mit vielen Terminen zum Kennenlernen und Vernetzen startet am Dienstag, dem 26. Mai, der Kinder- und Jugendtreff in der Sandstraße mit einem ersten Angebot. Von 15 bis 18 Uhr gibt es einen offenen Treff für alle ab 10 Jahren. Der Kick-off für das Jugendzentrum in Ober-Beerbach folgt kurz darauf. Am 13. und 14. Juni dreht sich hier alles um Retrogaming und Role-Playing.
Partizipation, das ist für den Sozialpädagogen der Dreh- und Angelpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit. So hat er zwar das in die Jahre gekommenen Jugendzentrum in Ober-Beerbach quasi entkernt und eine Grundausstattung an Möbeln dank einer Spende der AWO Seeheim-Jugenheim angeschafft. Doch wie genau alles aussehen und genutzt werden soll, das möchte der 45-Jährige mit den Jugendlichen aus dem Ortsteil gemeinsam entwickeln. „Von der Farbe bis zum Inhalt sollen sie das Ganze zu ihrem Raum machen“, so seine Einladung. Gelegenheit, um den „Neuen“ in der Kinder- und Jugendförderung näher kennenzulernen, der zuletzt beim Deutschen Roten Kreuz tätig war und dort unter anderem ein Jugendzentrum leitete, besteht bei der Kick Off-Veranstaltung am 13. (13 bis 20.30 Uhr) und 14. Juni (13 bis 18 Uhr). Im Jugendzentrum selbst kann man sich dabei an alten Spielekonsolen der letzten 40 Jahre ausprobieren. In der benachbarten Bürgerhalle gibt es Brettspiele sowie sogenanntes Live Action Role-Playing, bei dem die Teilnehmer ihre Spielfigur selbst darstellen und die Spielhandlung frei improvisieren. Zielgruppe bei den beiden Kick-off-Tagen sowie bei allen weiteren angedachten Angeboten im Jugendzentrum sind Jugendliche ab 12 Jahren. „Ob wir das Ganze auch für Jüngere öffnen, wird der Bedarf zeigen“, erklärt Stefan Wennmacher.
Auch der offene Treff, der jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr im Kinder- und Jugendtreff in der Seeheimer Sandstraße für alle ab 10 Jahren stattfinden soll, ist nur ein erster Schritt. Ideen hat der ursprünglich gelernte Tischler, der über seine Zivildienststelle in einer Jugendbegegnungsstätte in Viernheim zur Kinder- und Jugendarbeit gefunden hat, viele. „Wichtig ist mir aber auch hier, dass die Wünsche und Vorstellungen von den jungen Nutzern kommen und nach und nach wachsen und umgesetzt werden.“ Seine Fähigkeiten in der Holzverarbeitung bringt Stefan Wennmacher in Kürze bei einer Kooperation mit der Werkstatt SONNE ein, deren Werkstatträume sich unmittelbar an die der Kinder- und Jugendförderung in Seeheim anschließen. In den Sommerferien unterstützt er die Werkstatt bei ihrem Sommer-Camp. Dass die kommunale Kinder- und Jugendförderung wieder neu ausgeschrieben und besetzt wurde, ist für ihn alles andere als selbstverständlich. „Die Mittel für die Kinder- und Jugendarbeit werden vielerorts immer mehr zusammengestrichen. Schön ist, dass Seeheim-Jugenheim hier einen anderen Weg geht“, lautet denn auch sein Urteil. Und er hofft, „dass wir in Zukunft viele neue Besucherinnen und Besucher in unseren Jugendzentren und bei unseren Angeboten begrüßen können.“
Auf dem Bild: 1.100 Euro hat die AWO Seeheim-Jugenheim für die Kinder- und Jugendförderung gespendet. Mit dem Geld konnten neue Möbel für das Jugendzentrum in Ober-Beerbach angeschafft werden. Bei der Spendenübergabe: Gerhard Brönning und Peter Kannegießer von der AWO Seeheim-Jugenheim mit Stefan Wennmacher von der Kinder- und Jugendförderung (Mitte), Tanja Zimmermann, Fachbereichsleitung Soziales, und Bürgermeisterin Birgit Kannegießer (vorne sitzend).

