Amtsbesuch aus Grünhausen
Eine Woche lang hatten Antonia und Frederik das Amt der Bürgermeisterin und des Bürgermeisters von Grünhausen inne, einer Modellstadt, die alle vier Jahre auf dem Gelände der Grundschule im Schuldorf Bergstraße entsteht. Trotz eines prall gefüllten Terminkalenders nahmen sich die beiden 10-Jährigen Zeit, um Bürgermeisterkollegin Birgit Kannegießer einen Amtsbesuch im Rathaus von Seeheim-Jugenheim abzustatten.
Acht Jungen und fünf Mädchen hatten sich für das Bürgermeisteramt in Grünhausen beworben. Nach einer ersten schriftlichen Bewerbung mit Steckbrief mussten die Kandidaten ihre rund 250 Mitschülerinnen und -schüler noch einmal persönlich mit einer Rede von ihren Qualitäten überzeugen. Aus der anschließenden Wahl mit Stimmzetteln gingen Antonia und Frederik als klare Sieger hervor. Ihr Amt angetreten haben sie dann am 4. Mai, dem Starttermin für die Projektwoche „Grünhausen“, bei der sich die Grundschule und das dazugehörige Gelände in eine Modellstadt mit allem Drum und Dran verwandelte. Neben den beiden Bürgermeistern gab es ein Stadtparlament, ein Bürgerbüro, eine Bank mit einer eigenen Grüno-Währung, Geschäfte, Dienstleistungen sowie gastronomische Angebote. Die geleistete Arbeit wurde täglich in einem Arbeitspass bestätigt, ausgezahlt werden drei Grünos pro halbe Stunde. Leisten konnte man sich damit beispielsweise ein leckeres Kaltgetränk an der Cocktailbar oder auch eine Massage – ein guter Ausgleich unter anderem zum anstrengenden Bürgermeisteralltag, wie die beiden im Gespräch mit der Seeheim-Jugenheimer Rathauschefin bestätigten. Denn zu tun gab es für die beiden Bürgermeister jede Menge. Unter anderem mussten sie täglich vom Kletterturm auf dem Schulhofgelände aus eine Ansprache an die Grünhausener Bürgerinnen und Bürger richten. Was zunächst noch mit einer gewissen Aufregung verbunden war, verwandelte sich jedoch schnell in Routine. Auch im Austausch mit Bürgermeisterin Birgit Kannegießer war die erste Nervosität schnell überwunden und neugierig fragten die beiden Jungbürgermeister die erfahrene Kollegin nach ihren Aufgaben und ihrem Umgang mit Problemen in der Gemeinde. „Grünhausen ist ein ganz tolles Projekt in Sachen Demokratieförderung“, lobte die Rathauschefin zum Abschluss des Besuchs. „Ihr könnt hier viel erfahren, wie Gemeinschaft funktioniert und dass ein gutes Zusammenleben nicht immer einfach zu organisieren ist.“
Auf dem Bild: Frederik und Antonia, die beiden Bürgermeister von Grünhausen, im Austausch mit Amtskollegin Birgit Kannegießer. Außerdem mit dabei: Merle Reuter, die das Projekt an der Schuldorf-Grundschule mit koordinierte.

