Gemeinsames und frühzeitiges Handeln gefragt
Die Asiatische Tigermücke ist eine Stechmückenart, die ursprünglich aus Südostasien stammt und weltweit immer mehr zu finden ist. 2018 wurde sie erstmals in Hessen nachgewiesen. Etliche Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern beim Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) belegen, dass die lästige Stechmücke seit einigen Jahren auch in Seeheim-Jugenheim anzutreffen ist, dabei insbesondere im Ortsteil Seeheim. Die Tigermücken-Saison geht in der Regel von Anfang April bis Ende September. Um die weitere Ausbreitung zu vermeiden, ist gemeinsames und frühzeitiges Handeln jetzt gefragt.
Tigermücken können Krankheiten wie etwa das Dengue-Fieber übertragen, was in Deutschland allerdings noch eine eher untergeordnete Rolle spielt. Hierzulande sind sie eher als sogenannter Lästling aktiv, denn die nur etwa einen Zentimeter großen Stechmücken mit ihrem auffälligen schwarz-weiß gestreiften Längsstreifen am Rücken belästigen, einmal angesiedelt, mit ihren Stichen rund um die Uhr. Dies unterscheidet sie von den herkömmlichen Mücken, die nur in der Dämmerung aktiv sind.
Brutstätten und Wasseransammlungen in Gärten und auf Balkonen konsequent und frühzeitig zu vermeiden, gilt als die wichtigste Strategie bei der Bekämpfung der Tigermückenplage. Dabei sind die ausgesprochen anpassungsfähigen Insekten nicht wählerisch und nutzen nahezu jede Möglichkeit, wo sich Wasser ansammeln kann: etwa in Untersetzern, herumliegendem Spielzeug und Joghurtbechern, verstopften Regenrinnen und Abflüssen oder offenen Regentonnen.
Die Gemeinde hat eine eigene Webseite zu invasiven Arten eingerichtet, wo man detaillierte Informationen über die Asiatische Tigermücke finden kann. Unter anderem gibt es dort einen Vortrag der Kommunalen Aktionsgemeinschaft der Schnakenplage e.V. (KABS), der an zahlreichen Beispielen zeigt, wo sich Brutstätten befinden können und was man zur Vermeidung tun kann. Mit verschiedenen Initiativen hat die Gemeinde zudem im vergangenen Jahr bereits einiges in der Bekämpfung der Tigermücken bewirken können. Neben einer Bürgerversammlung im Frühjahr wurden Tigermücken-Sprecher aus den betroffenen Straßen initiiert, die Bildung von Gully-Gießgemeinschaften angeregt und damit verbunden das Bioinsektizid Bti ausgegeben, das die Larven unschädlich macht. Zu den Wermutstropfen gehört, dass zu den zunächst befallenen Gebieten in Seeheim mittlerweile weitere etwa in Jugenheim hinzugekommen sind. „Umso wichtiger ist es, dass wir alle ab jetzt und in den kommenden Monaten konsequent die Handlungsempfehlungen bei der Bekämpfung der Tigermücken umsetzen“, appelliert Bürgermeisterin Birgit Kannegießer. „Nur gemeinsam können wir diese Plage eindämmen.“
Weitere Informationen gibt zur Asiatischen Tigermücke gibt es hier.
Betroffene Bürgerinnen und Bürger erhalten Infomaterial und Checklisten zu Tigermücken bei der Gemeindeverwaltung, gerne auch mehrfach kopiert zur Info an die Nachbarschaft. Kontakt: Bereich Umwelt und Klima, Lisa Dönges, Tel. 06257/990-206, E-Mail lisa.doenges@seeheim-jugenheim.de oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sabine Milewski, Tel. 06257/990-103, E-Mail presse@seeheim-jugenheim.de.
Einfache wie wirksame Maßnahmen, die die Kommunale Aktionsgemeinschaft der Schnakenplage e.V. (KABS) bei Tigermücken empfiehlt:
- Aufräumen und entsorgen: Alles, worin sich Wasseransammlungen bilden können wie altes Kinderspielzeug, ausrangierte Untersetzer und Übertöpfe, Autoreifen
- Abdichten: zum Beispiel hohle Zaunpfähle oder Regentonnen (entweder mit Deckel versehen und auf eine Erhöhung stellen: Wasserentnahme über einen Wasserhahn möglich; andere Möglichkeit: mit einem Netz versehen und fest verschließen, gibt es in Baumärkten oder online)
- Trocken lagern: Gießkannen und Schubkarren umdrehen, Gartengeräte und Material nicht im Freien, sondern geschützt in Hütte oder Garage lagern
- Freihalten von Abläufen: Verstopfungen in Regen- oder Entwässerungsrinnen beseitigen
- Wöchentlich leeren: Tiertränken, Untersetzer und Übertöpfe ausleeren und säubern, am besten mit ca. 60 bis 70 Grad heißem Wasser und einer Bürste
- Bti-Tabletten: Können in Regentonnen (wenn nicht verschlossen), in kleinen Teichen und in Gullys verwendet werden.
- Heiß ausspülen: Wöchentlich die Innenränder von Untersetzern mit heißem Wasser (60 bis 70 Grad) heiß ausspülen und mit der Bürste säubern. Wo es möglich ist, am besten gar keine Untersetzer verwenden.
Tipp: Wo es im Garten hakt und sich Wasseransammlungen bilden können, zeigt sich besonders gut nach einem Regentag.

