Zeitungen in einem Zeitungsständer beim Händler

Sanierung von Schlaglöchern steht jetzt an


Der vergangene Winter hat überdurchschnittlich viele Kälte- und Frosttage gehabt, die Spuren auf den Straßen in Seeheim-Jugenheim hinterlassen haben. „Durch Frostschäden sind jede Menge Schlaglöcher entstanden“, so das Fazit von Michael Arnold vom Tiefbauamt der Gemeinde. Schäden, die es jetzt zu beseitigen gilt.

In der Frankensteiner Straße in Malchen reiht sich ein Schlagloch ans nächste. Die Hauptverkehrsstraße im Ortsteil soll in Kürze repariert werden, jedoch nicht als Flickenteppich an den einzelnen Schadstellen, sondern als komplette Reparatur. „Nur einzelne Löcher anzugehen wie in der Vergangenheit oft geschehen, macht überhaupt keinen Sinn“, erklärt der Tiefbauingenieur. „Besser und nachhaltiger ist es, hier in größeren Strecken zu arbeiten.“ Für Malchen bedeutet dies, dass die Frankensteiner Straße während der Reparaturarbeiten jeweils halbseitig gesperrt werden muss. An einer anderen Stelle, die während des strengen Winters nahezu alle drei Wochen mit Kaltasphalt verfüllt werden musste, um das Befahren zu gewährleisten, geht das allerdings nicht. In der Friedrich-Ebert-Straße in der Höhe der Berliner Straße hatten sich in Folge des Frost-Tau-Wetterwechsels größere Schlaglöcher gebildet. Die Straße ist allerdings nicht breit genug für eine halbseitige Sperrung. Eine Woche lang müsste sie komplett gesperrt werden, was sowohl für den Bus, der hier verkehrt, als auch für die Kunden der anliegenden Verbrauchermärkte mit einer größeren Umleitung verbunden wäre. „Wir sind hier noch in der Abstimmung unter anderem mit der Heag Mobilo“, erklärt Michael Arnold. „Vermeiden lassen sich die Sperrung und die damit verbundenen Umstände aber leider nicht.“

Schlaglöcher auf den Straßen stellen im Winter ein allgemeines Problem dar. Sie sind eine Folge des Wetterwechsels von Frost und Tau. Wasser dringt in kleine Risse im Asphalt ein, gefriert, dehnt sich aus, sprengt den Belag auf, taut wieder und hinterlässt kleine Hohlräume. Durch Überfahren der Schadstelle lösen sich nach und nach Teile aus der Verkehrsfläche und es entstehen Schlaglöcher. Neben den Schlaglochsanierungen, die zurzeit in fast allen Ortsteilen in Seeheim-Jugenheim anstehen, hat das Tiefbauamt noch viele weitere Projekte in der Mache. Nachdem die Höhenstraße zwischen Stettbach und Ober-Beerbach-Steigerts Ende 2022 aufgrund von massiven Schäden komplett gesperrt und Anwohner seitdem eine weite Umfahrung in Kauf nehmen mussten, wurde die Straße im vergangenen Jahr innerhalb von nur rund zwei Monaten hinsichtlich eines regelkonformen Unterbaus verstärkt und mit einer neuen Asphaltdecke sowie neuen Banketten und Leitplanken versehen. Fast durchgängig konnte die Höhenstraße zudem von 5 Metern Breite auf eine Straßenbreite von 5,30 Meter erweitert werden. In diesem Jahr soll nun wahrscheinlich im Sommer die Sanierung eines zweiten Teilabschnitts zwischen Steigerts und dem Ortseingang von Ober-Beerbach folgen. Ebenfalls in den Sommermonaten stehen die Sanierungsarbeiten an der Buswendeschleife in Ober-Beerbach an, wo sich mehrere bis zu 20 Quadratmeter große Schlaglöcher gebildet haben. Statt des ungeeigneten Parkettpflasters wird zurzeit geprüft, ob die Fläche mit einem neu entwickelten Rechteckpflaster im Ellbogenverband hergestellt werden kann. Dieses Pflaster hat eine Kunststoffummantelung, ist extrem verschiebesicher und benötigt keinen Fugensand. Es ist außerdem für Belastungen bis Bauklasse 3,2 geeignet und wird daher auch in stark befahrenen Ortsdurchfahrten eingesetzt. „Schritt für Schritt sollen alle maroden Straßen wiederhergestellt werden“, ist Bürgermeisterin Birgit Kannegießer wichtig.

Sanierungsarbeiten gab es in den letzten Monaten außerdem in der Burckhardtstraße, in der Villastraße, in der Lohndorfstraße, in der Tannenbergstraße, am Radweg an der neuen B3 Richtung Pfungstadt sowie im Grundweg unterhalb des evangelischen Kindergartens, wo bei der Gehwegsanierung von der GGEW auch gleich Lehrrohre für den Glasfaserausbau verlegt wurden. Immer wieder wird beim Tiefbau das Zusammenwirken genutzt, so auch bei der neuen Ampelanlage (Querung von Heag Mobilo) an der Heidelberger Straße in Höhe des Forums am Rathaus. Hessen Mobil hat hier ein Stück der Mittelinsel weggenommen, um einen behindertengerechten Übergang herzustellen. Neben der barrierefreien Absenkung der Bordsteine wurde dabei auch die Einrichtung eines Blindenleitsystems berücksichtigt. Diese zusätzlichen Leistungen wurden durch die Gemeinde bereits beauftragt und zum Teil auch ausgeführt.

Die größte Sanierungsmaßnahme in Sachen Tiefbau in Seeheim-Jugenheim stellt momentan die grundhafte Erneuerung der Landesstraße 3100 in Jugenheim dar, die Hessen Mobil verantwortet. Ab dem Abzweig zur Burkhardtstraße bis zum Ortsende von Jugenheim Richtung Alsbach werden Straße und Gehwege in fünf Bauabschnitten saniert. Die Gemeindewerke sowie weitere Versorgungsträger nutzen die Maßnahme, um gleichzeitig Kanal- und Versorgungsleitungen auszutauschen. Begonnen wurde mit der Sanierung im Januar letzten Jahres. Von einer Bauzeit von rund drei Jahren wird ausgegangen. Die Gemeinde hat eine eigene Infoseite auf ihrer Homepage eingerichtet, die Informationen über den Stand der Sanierung bündelt.

Auf dem Bild: Die neue Ampelanlage (Querung Heag Mobilo) mit behindertengerechtem Übergang an der Heidelberger Straße in Seeheim in Höhe des Forums am Rathaus. Ein Blindenleitsystem soll noch folgen.