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Kita-Kinder für Teilhabe und Barrierefreiheit 


Mit dem Kinderbuch „Käpt’n Kork fliegt davon“ möchte der Sozialverband VdK Kinder im Kita- und Grundschulalter für die Themen Teilhabe und Barrierefreiheit sowie die Situation von Menschen mit einer Beeinträchtigung sensibilisieren. Gemeinsam mit dem Ortsverband des VdK Seeheim-Jugenheim haben sich neun Kinder des Inklusiven Familienzentrums Kita Windrad auf die Spuren des Papageis Käpt‘n Kork begeben. Als Barriere-Detektive haben sie dabei Hindernisse im öffentlichen Raum dokumentiert und jetzt der Bürgermeisterin übergeben.

Seit dem Frühjahr letzten Jahres wurde das Projekt in enger Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VdK-Ortsgruppe und der Kita-Leitung geplant, kontinuierlich abgestimmt und gemeinsam weiterentwickelt. Ziel war es, die Inhalte des Kinderbuchs altersgerecht aufzuarbeiten und nachhaltige Lernimpulse zu setzen. Beim ersten Termin mit den neun künftigen Schulkindern aus der Gänseblümchen- und der Sonnenblumengruppe und dem VdK stand das gegenseitige Kennenlernen sowie die Einführung der Geschichte im Vordergrund. Mithilfe eines Wimmelbildes wurden die in dem Buch um Käpt’n Kork behandelten Themen gemeinsam entdeckt und besprochen. Dabei konnten die Kinder ihre Eindrücke schildern, Fragen stellen und erste Gedanken zu Barrierefreiheit und Miteinander äußern. Beim zweiten Treffen wurde es dann praktisch. In einem Sinnes- und Bewegungsparcours erfuhren die Kita-Kinder spielerisch, auf welche Hindernisse Menschen mit einer Beeinträchtigung im Alltag stoßen – und welche Fähigkeiten, Strategien und Stärken sie entwickeln, um diese zu meistern. Ausprobiert werden konnten beispielsweise ein Rollstuhl oder wie es sich anfühlt, sich mit verbundenen Augen durch einen Raum führen zu lassen.

Den Abschluss des Projekts bildete ein Stadtteilspaziergang, bei dem die Gruppe als Barriere-Detektive unterwegs war. Gesucht wurde nach Hindernissen im öffentlichen Raum, die dokumentiert und mit Verbesserungsvorschlägen versehen wurden. Eine Liste dazu wurde jetzt von den Kindern an Bürgermeisterin Birgit Kannegießer übergeben. „Ein wichtiger Schritt um zu zeigen, dass auch Kinder aktiv an der Gestaltung ihres Umfelds mitwirken können“, so Jennifer Johne, Leiterin des Inklusiven Familienzentrums Kita Windrad. Die Rathauschefin lobte das Projekt, da es nicht nur die Bedeutung von Teilhabe und Barrierefreiheit thematisiere, sondern auch Empathie und demokratisches Denken fördere: „Wichtige Kompetenzen für ein respektvolles und inklusives Miteinander“.

Auf dem Bild (v.l.n.r.): Tanja Zimmermann, Fachbereichsleitung Soziales, Thomas Czichy vom VdK-Ortsverband Seeheim-Jugenheim, Bürgermeisterin Birgit Kannegießer und Miriam Rettig vom Inklusiven Familienzentrum Kita Windrad mit fünf der beteiligten Kita-Kinder bei der Übergabe der Hindernis-Liste.