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Über die Rettung eines jüdischen Jugendlichen


Im Rahmen des Holocaust-Gedenktags 2026 lädt die Gemeinde Seeheim-Jugenheim am Sonntag, dem 25. Januar, zu einem Vortrag mit der Historikerin und Autorin Lilly Maier ins Forum am Rathaus ein. „Von Werner zu John“ schildert die Rettung von John Werner Friedmann, der als Jugendlicher der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten entkommen und nach Großbritannien fliehen konnte. Er überlebte als einziges Mitglied seiner engsten Familie den Holocaust und emigrierte später in die Vereinigten Staaten. Der Vortrag „Von Werner zu John“ beginnt im 15 Uhr, Einlass ist ab 14.30 Uhr.

Der Vortrag von Lilly Maier folgt anhand zahlreicher Quellen und Bilder Friedmanns Leben: von seiner Kindheit als Werner über erste Verfolgungserfahrungen in Glogau (Schlesien) und Berlin über die Flucht nach England, wo er als „enemy alien“ interniert wurde und später ehrenamtlicher Luftschutzwart war, bis hin zu seiner Emigration nach Amerika und seinem Namenswechsel zu John. John Werner Friedmann bewahrte und sammelte Tausende Fotos, Briefe, Texte und weiteres biografisches Material, um das Schicksal seiner Familie zu dokumentieren. Im Jahr 2009 schrieb er: „Als einziger Überlebender des Holocausts meiner unmittelbaren Familie fühle ich mich berufen und dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass zumindest die Erinnerung an meine Familie und meine Vorfahren nicht vergessen, sondern an zukünftige Generationen weitergegeben wird.“

Nach seinem Tod stellte die Familie von Friedmann dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. eine Kopie seiner umfangreichen Sammlung zur Verfügung, um damit über den Holocaust aufzuklären. Die Historikerin und Autorin Lilly Maier, die im Auftrag des Museums daraus unter anderem eine Lehrmittelsammlung für den deutschen Schulunterricht erstellt hat, war bereits mehrfach auf Einladung der Gemeinde zu Gast in Seeheim-Jugenheim. Vorgestellt hat sie dabei etwa ihre beiden Bücher „Arthur und Lilly“ sowie „Auf Wiedersehen, Kinder!“ über den Wiener Reformpädagogen Ernst Papanek. Die Buchhandlung Zabel ist beim Vortrag am 25. Januar mit einem Büchertisch vertreten.

Weitere Information unter www.lillymaier.wordpress.com

Foto: Robert Haas 

Zwei weitere Veranstaltungen finden im Rahmen des Holocaust-Gedenktags in Seeheim-Jugenheim statt. Am Sonntag, dem 25. Januar, laden die evangelischen Kirchengemeinden zu einem Gottesdienst unter der Leitung von Miriam Fleischhacker und Achim Dietermann ein. Der Gottesdienst im Pfarrer-Reith-Haus in Seeheim (Weedring 47) beginnt um 10 Uhr. Am Dienstag, dem 27. Januar, gibt es eine Stolpersteinführung mit Klaus Knoche für Seniorinnen und Senioren. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Rathaus in Seeheim.