Erinnerungsarbeit
Erinnerungsarbeit

Warum Erinnerungsarbeit?
"Geschichte wiederholt sich", so lautet die Überschrift eines kurzen Textes von Max Prosa, der es auf den Punkt bringt, warum Erinnerungsarbeit so wichtig ist.
"Geschichte wiederholt sich"
Aber nicht von selbst
Wir sind es
die sie wiederholen
Wir sind es auch
die daraus ausbrechen
Aber nicht von selbst
Es ist wichtig, den Blick in die Vergangenheit zu richten - denn nur so können wir aus dem Vergangenen lernen.
Gerade die Verbrechen und Gräuel, die während der Nazi-Zeit geschehen sind, sollten uns zu einem klaren „Nie wieder“ führen. Daran müssen wir arbeiten.
Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim hält auf vielfältige Weise die Erinnerung wach: mit regelmäßigen Gedenkveranstaltungen zum 9. November 1938, zum Volkstrauertag und zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar sowie mit Stolpersteinen und mit Dokumentationen, die das Vergangene ins Jetzt holen.
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Veranstaltungen

Zum Holocaust-Gedenktag 2026
"Von Werner zu John - Die Rettung eines jüdischen Jugendlichen"
Vortrag von Lilly Maier
Sonntag, 25. Januar, 15 Uhr, Einlass 14.30 Uhr
Forum am Rathaus
Im Rahmen des Holocaust-Gedenktags 2026 lädt die Gemeinde Seeheim-Jugenheim am Sonntag, dem 25. Januar, zu einem Vortrag mit der Historikerin und Autorin Lilly Maier ins Forum am Rathaus ein. „Von Werner zu John“ schildert die Rettung von John Werner Friedmann, der als Jugendlicher der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten entkommen und nach Großbritannien fliehen konnte. Er überlebte als einziges Mitglied seiner engsten Familie den Holocaust und emigrierte später in die Vereinigten Staaten. Der Vortrag „Von Werner zu John“ beginnt im 15 Uhr, Einlass ist ab 14.30 Uhr.
Der Vortrag von Lilly Maier folgt anhand zahlreicher Quellen und Bilder Friedmanns Leben: von seiner Kindheit als Werner über erste Verfolgungserfahrungen in Glogau (Schlesien) und Berlin über die Flucht nach England, wo er als „enemy alien“ interniert wurde und später ehrenamtlicher Luftschutzwart war, bis hin zu seiner Emigration nach Amerika und seinem Namenswechsel zu John. John Werner Friedmann bewahrte und sammelte Tausende Fotos, Briefe, Texte und weiteres biografisches Material, um das Schicksal seiner Familie zu dokumentieren. Im Jahr 2009 schrieb er: „Als einziger Überlebender des Holocausts meiner unmittelbaren Familie fühle ich mich berufen und dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass zumindest die Erinnerung an meine Familie und meine Vorfahren nicht vergessen, sondern an zukünftige Generationen weitergegeben wird.“
Nach seinem Tod stellte die Familie von Friedmann dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. eine Kopie seiner umfangreichen Sammlung zur Verfügung, um damit über den Holocaust aufzuklären. Die Historikerin und Autorin Lilly Maier, die im Auftrag des Museums daraus unter anderem eine Lehrmittelsammlung für den deutschen Schulunterricht erstellt hat, war bereits mehrfach auf Einladung der Gemeinde zu Gast in Seeheim-Jugenheim. Vorgestellt hat sie dabei etwa ihre beiden Bücher „Arthur und Lilly“ sowie „Auf Wiedersehen, Kinder!“ über den Wiener Reformpädagogen Ernst Papanek. Die Buchhandlung Zabel ist beim Vortrag am 25. Januar mit einem Büchertisch vertreten.
Weitere Information unter www.lillymaier.wordpress.com
Zwei weitere Veranstaltungen finden im Rahmen des Holocaust-Gedenktags in Seeheim-Jugenheim statt. Am Sonntag, dem 25. Januar, laden die evangelischen Kirchengemeinden zu einem Gottesdienst unter der Leitung von Miriam Fleischhacker und Achim Dietermann ein. Der Gottesdienst im Pfarrer-Reith-Haus in Seeheim (Weedring 47) beginnt um 10 Uhr. Am Dienstag, dem 27. Januar, gibt es eine Stolpersteinführung mit Klaus Knoche für Seniorinnen und Senioren. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Rathaus in Seeheim.
Veranstaltungen 2025
Sei ein Mensch - Interaktiver Austausch zum Holocaust-Gedenktag
Im Rahmen des Holocaust-Gedenktags laden das Schuldorf Bergstraße und die Gemeinde Seeheim-Jugenheim zu einem interaktiven Austausch ein, den Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Leistungskurses der 12. Jahrgangsstufe gestalten. „Sei ein Mensch“, so haben sie den Austausch am Montag, dem 27. Januar, überschrieben und nehmen damit Bezug auf die beeindruckende Rede von Marcel Reif, die er im vergangenen Jahr im Deutschen Bundestag bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus gehalten hatte. Gemeinsam mit den Teilnehmern will der Kurs der Frage nachgehen, was Menschlichkeit bedeutet und wie diese Grenzen überwinden lässt – beispielsweise bei denjenigen, die sich während des Nationalsozialismus unter Gefahr ihres eigenen Lebens für jüdische Mitmenschen eingesetzt haben.
Mit eben jenen „Grenzgängern im Nationalsozialismus“ beschäftigen sich die 16 Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Leistungskurses von Patrick Bienhaus zurzeit. Anlass dazu ist ihre Teilnahme an dem Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung, den Bundespräsident Frank Walter Steinmeier aktuell ausgeschrieben hat und der unter dem Motto „Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte“ steht. Als eine Schülerin davon erzählte, dass ihre Familie Juden vor den Nazis versteckt hat, hatte der Kurs schnell das Thema für seine historische Spurensuche gefunden. Dabei geht es aber nicht nur um einen Blick zurück, sondern auch um die Frage: Wie weit würde ich heute in einer ähnlichen Situation gehen? Was bin ich bereit zu riskieren, um Mensch zu sein und Mensch zu bleiben? Auch das möchten die Schülerinnen und Schüler am 27. Januar zum Thema ihres Austauschs machen.
Die Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag beginnt um 18 Uhr und findet im Atrium des Internationalen Schulzweigs im Schuldorf Bergstraße statt.
Gedenkveranstaltung zum 9. November - Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938
Mit einer Gedenkveranstaltung am Sonntag, dem 9. November, möchten die christlichen Gemeinden und die Gemeinde Seeheim-Jugenheim an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, die den Auftakt bildeten für die systematische Verfolgung und Ermordung der Juden in Nazi-Deutschland. Das Gedenken findet in diesem Jahr unter Mitwirkung von Oberstufenschülerinnen und -schülern aus dem Geschichts-Leistungskurs der Q3 im Schuldorf Bergstraße statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr auf dem Seeheimer Sebastiansmarkt im alten Ortskern. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, einen kleinen Stein mitzubringen. Damit soll aus den steinernen Fundstücken – ähnlich des Brauchs im Judentum, einen Stein zur Ehrung der Toten auf die Gräber zu legen –ein Zeichen des Gedenkens und der Achtung entstehen.
Mahnung zum Frieden - Gedenken der Opfer von Kriegen und Gewalt zum Volkstrauertag
Mit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung wollen die Kirchengemeinden in Seeheim-Jugenheim und die Kommune zum Volkstrauertag den Opfern von Kriegen gedenken. Am Sonntag, dem 16. November, findet um 10 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Jugenheimer Bergkirche statt, der als Schlusspunkt einen Gang aller Gottesdienstbesucher zum Mahnmal an der Auffahrt zum Heiligenberg hat. Dort gibt es eine Kranzniederlegung und ein kurzes stilles Gedenken. Alle Teilnehmer der Gedenkveranstaltung sind herzlich dazu eingeladen, eine Blume zum Ablegen am Mahnmal mitzubringen.
Veranstaltungen 2024
Die Geschichten dahinter: Stolperstein-Hörausstellung zum Holocaust-Gedenktag 2024
Unter dem Titel „Nachhören – Nachdenken“ gibt es zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag eine zweitägige Hörausstellung, die sich mit den Stolpersteinen in Seeheim-Jugenheim befasst. Die Ausstellung richtet den Blick auf die Schicksale, die hinter den Stolpersteinen stehen. Dreizehn Audiobeiträge, die in den letzten zwei Jahren für eine geplante Stolperstein-App entstanden sind, erzählen die Lebensgeschichten der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die von den Nazis verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Recherchiert, geschrieben und komplett produziert wurden die Beiträge von zehn Teilnehmern, die sich dem Ende 2021 von der Gemeinde begonnenem Projekt angeschlossen und Stolperstein-Patenschaften übernommen haben.
Neben den Audiobeiträgen, die den Lebensspuren nachgehen, führen Stellwände mit Fotos, historischen Dokumenten und kurzen Texten in die Lebensgeschichten ein. Weitere Stellwände informieren darüber, wie die Audiobeiträge entstanden sind und laden dazu ein, mit den Teilnehmern des Projekts über das Gehörte und über das Thema Erinnerungsarbeit ins Gespräch zu kommen.
Am Samstag, dem 27. Januar, findet um 14 Uhr die Vernissage zur Ausstellung statt. Die Hörausstellung im Foyer des Verwaltungsgebäudes am Georg-Kaiser-Platz in Seeheim kann man an diesem Tag von 14 bis 18 Uhr besuchen. Am Sonntag, dem 28. Januar, hat sie von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Gedenkveranstaltung zum 9. November - Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938
Mit einer Gedenkveranstaltung am Samstag, dem 9. November, möchten die christlichen Gemeinden und die Gemeinde Seeheim-Jugenheim an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, die den Auftakt bildeten für die systematische Verfolgung und Ermordung der Juden in Nazi-Deutschland. Das Gedenken findet in diesem Jahr in der St. Bonifatiuskirche in Jugenheim (Sandmühlstraße 9) statt und beginnt um 17 Uhr. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, einen kleinen Stein mitzubringen. Damit soll aus den steinernen Fundstücken – ähnlich des Brauchs im Judentum, einen Stein zur Ehrung der Toten auf die Gräber zu legen –ein Zeichen des Gedenkens und der Achtung entstehen.
Mahnung zum Frieden - Gedenken der Kriegsopfer zum Volkstrauertag
Unter dem Titel „Mahnung zum Frieden – Gedenken der Kriegsopfer damals und heute“ laden die Kirchengemeinden in Seeheim-Jugenheim und die Kommune zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag ein. Am Sonntag, dem 17. November, findet um 10 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Seeheimer Laurentiuskirche statt, der als Schlusspunkt einen Gang aller Gottesdienstbesucher zum Ehrenmal in der Kirchstraße hat. Dort gibt es eine Kranzniederlegung und ein kurzes stilles Gedenken. Alle Teilnehmer der Gedenkveranstaltung sind herzlich dazu eingeladen, eine Blume zum Ablegen am Ehrenmal mitzubringen.
Veranstaltungen 2023
Zum Holocaust-Gedenktag 2023
Besuch im Jüdischen Museum in Frankfurt

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags hatte die Gemeinde Seeheim-Jugenheim in diesem Jahr zu einem Besuch im Jüdischen Museum am 28. Januar in Frankfurt eingeladen. Die Themenführung „Gegenwart und Geschichte“ wirft einen Blick auf die neue Dauerausstellung. Die Folgen der Schoa prägten das jüdische Leben im Deutschland der Nachkriegszeit. Dass die nationalsozialistischen Überzeugungen nicht mit Hitler untergegangen waren, zeigte sich im Antisemitismus in der neu gegründeten Bundesrepublik. Persönliche Perspektiven und Erzählungen lassen die jüngere jüdische Geschichte in Frankfurt und ihre Bedeutung für die Gegenwart lebendig werden. 20 Frankfurter Jüdinnen und Juden schildern ihre Eindrücke der jeweiligen Zeit und geben Einblicke in ihre aktuelle Situation. Ein weiteres Thema sind die jüdischen Perspektiven auf den Judenhass seit Ende des 19. Jahrhunderts. Im Fokus stehen hier die Reaktionen und der Widerstand von jüdischer Seite. Die Führung stellt Biografien einzelner Menschen vor, die rechtzeitig fliehen konnten, Widerstand leisteten und/oder ermordet wurden.
Gedenken am 9. November - Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938
Mit einer Gedenkveranstaltung am Donnerstag, dem 9. November, möchten die christlichen Gemeinden und die Gemeinde Seeheim-Jugenheim an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, die den Auftakt bildeten für die systematische Verfolgung und Ermordung der Juden in Nazi-Deutschland. Das Gedenken findet in diesem Jahr vor dem Gedenkstein für die jüdischen Opfer in Jugenheim statt, der sich in der Ludwigstraße neben der Filiale der Darmstädter Sparkasse befindet. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, einen kleinen Stein mitzubringen. Damit soll – ähnlich des Brauchs im Judentum, einen Stein zur Ehrung der Toten auf die Gräber zu legen – ein Davidstern aus den steinernen Fundstücken als Zeichen des Gedenkens und der Achtung entstehen. Zu hören ist auch der Audiobeitrag für die geplante Stolperstein-App über Heinrich Koppel, der mit seiner Familie in der Ludwigstraße lebte und 1942 in Treblinka ermordet wurde. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 17.30 Uhr.
Gedenken der Kriegsopfer damals und heute - Kirchengemeinden und Kommune zum Volkstrauertag
Mit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung wollen die Kirchengemeinden in Seeheim-Jugenheim und die Kommune zum Volkstrauertag den Opfern von Kriegen gedenken. Am Sonntag, dem 19. November, findet um 10 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Jugenheimer Bergkirche unter dem Titel „Mahnung zum Frieden – Gedenken der Kriegsopfer damals und heute“ statt, der als Schlusspunkt einen Gang aller Gottesdienstbesucher zum Mahnmal an der Auffahrt zum Heiligenberg hat. Dort gibt es eine Kranzniederlegung und ein kurzes stilles Gedenken. Alle Teilnehmer der Gedenkveranstaltung sind herzlich dazu eingeladen, eine Blume zum Ablegen am Mahnmal mitzubringen.




