Aus den Tagebüchern der Anne Lister
Anne Lister wird in England als eine besondere Frau des 19. Jahrhunderts betrachtet. Sie gilt als kühn und unabhängig, war Landbesitzerin, Industrielle sowie Reisende und hat sich offen zu ihrer Liebe für Frauen bekannt. Von vielen wird sie als eine der Ersten angesehen, die ihre gleichgeschlechtliche Orientierung selbstbewusst lebte. Zeit ihres Lebens hat sie Tagebücher geführt. In einem verschlüsselten Teil mit von ihr selbst entwickelten Codes gibt sie dabei Details ihrer Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Frauen, vorwiegend aus der damals besseren Gesellschaft, preis. Dieser Code wurde erst lange nach ihrem Tod 1844 entschlüsselt. Die Anglistin Claudia Stehle berichtet in ihrer Lesung über das Leben von Anne Lister, die von Zeitgenossen ob ihres männlichen Auftretens und ihrer stets schwarzen Kleidung auch als „Gentleman Jack“ bezeichnet wurde. Über ihr Leben und Lieben kommt Anne Lister aber auch in Auszügen aus Tagebucheintragungen zwischen 1816 und 1824 selbst zu Wort: sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Übersetzung. Die Lesung zu Anne Lister findet am Freitag, dem 16. Oktober, in der Mediathek im Forum am Rathaus statt. Beginn ist um 16 Uhr. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Auf dem Bild: Eine Statue erinnert in ihrer Geburtsstadt Halifax an Anne Lister, die in England ob ihres unabhängigen Lebens und Liebens als eine besondere Frau des 19. Jahrhunderts gilt.
Foto: privat

