Sanierung unwirtschaftlich

Gemeindevertretung beschließt Neubau des Sport- und Kulturhallenkellers

Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung am 18. Juni den Beschluss gefasst, den Keller der Sport- und Kulturhalle nicht zu sanieren, sondern einem Neubau des Kellergeschosses den Vorzug zu geben. Eine umfassende Bestandsbegutachtung des Untergeschosses durch den Generalplaner hatte im Mai ergeben, dass der Sanierungsbedarf wesentlich größer ist als bislang angenommen. Unter anderem weist die Decke nicht die erforderlichen Brandschutzqualitäten auf, und auch was die Statik angeht sind an Wänden und Decke umfangreiche Maßnahmen erforderlich. Da die Kostendifferenz zwischen der notwendigen Sanierung und einem Neubau lediglich rund 200.000 Euro beträgt, hatte sich bereits der „Runde Tisch“ Ende Mai und dann in Folge der Bau- sowie der Haupt- und Finanzausschuss für einen Kellerneubau ausgesprochen.

In einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung hatten die Generalplaner Loewer+Partner Architekten und Ingenieure aus Darmstadt verschiedene Szenarien untersucht. Ein Kellerneubau beinhaltet dabei folgende Vorteile: Es besteht nicht nur eine größere Flexibilität hinsichtlich der Gestaltung der Raumordnung in den oberen Geschossen, sondern auch ein Effizienzgewinn, was die Erschließung der Räume angeht. Zusätzlich ist ein Neubau mit einer relativ hohen Kosten- und Terminsicherheit verbunden, eine Bestandssanierung dagegen mit dem Risiko, dass sich im Laufe der Wiederherstellung noch weitere Schäden und damit Kosten auftun.

Als Favorit für den Kellerneubau wurde die Variante C ausgemacht, die durch eine Vergrößerung der Fläche um 20 Prozent neben der Unterbringung der Technikbereiche sowie Abstellräumen für Vereine, Duschen, Umkleiden und einer verkleinerten Übungsfläche für den Schützenverein auch das neue zentrale Gemeindearchiv im Untergeschoss möglich macht. Im ursprünglichen Raumprogramm war das Archiv aus Platzgründen in den oberen Geschossen vorgesehen, was Auswirkungen auf die Traglast mit sich brachte. Ein Standort ohne Tageslicht im Untergeschoss ist jedoch nicht nur besser für die Lagerung der Akten, sondern spart auch Herstellungskosten am kompletten Gebäude.

Rund 2,7 Millionen Euro sind nun für den Kellerneubau eingeplant. Die Mehrkosten sind über das Budget für Unvorhergesehenes, wie bei Bauprojekten üblich, abgedeckt und belasten nicht die Baukostenobergrenze, die für die Sport- und Kulturhalle mit 17,1 Millionen Euro festgesetzt ist.
In der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung im September ist die Entscheidung über die endgültige Gestaltung der neuen Sport- und Kulturhalle geplant, die sich an die sogenannte Maximallösung 3G anlehnt. Neben Halle, Archiv und einer Zentralbibliothek soll es Platz geben für Büros der Verwaltung, die dann vom angemieteten Gebäude neben der Sparkasse am Georg-Kaiser-Platz in eigene Räumlichkeiten wechseln kann. Der Baubeginn ist für Herbst 2021 vorgesehen.

Umfangreiche Informationen zum Projekt gibt es auf einer Sonderseite zur Sport- und Kulturhalle, die am kommenden Freitag (26. Juni) unter www.seeheim-jugenheim.de an den Start geht.

Zentral – sozial – nachhaltig – vielfältig
Zum Neubau der Sport- und Kulturhalle

Nachdem die Sport- und Kulturhalle in Seeheim Ende 2016 aufgrund eines größeren Wasserschadens durch eine undichte Stelle im Dach geschlossen werden musste und eine Reparatur sich als unwirtschaftlich herausstellte, kam die Frage auf, was mit der ohnehin sanierungsbedürftigen Halle passieren soll. Mehrere Varianten waren dabei im Gespräch: von einer Kernsanierung bis zum Neubau mit Büroräumen für die Verwaltung. Die Gemeindevertretung entschied sich im Frühjahr 2018 für die „Mittellösung light“, die eine Vergrößerung der Halle mit einem Sitzungssaal für die Gemeindevertretung und einer zentralen Gemeindebibliothek vorsah. Nach einem massiven Schimmelschaden in einem der vier Archivstandorte der Gemeinde im Rathaus Schulstraße, der im vergangenen Herbst zu Tage trat, wurde die Entscheidung jedoch noch einmal revidiert und die Gemeindevertretung schwenkte auf die sogenannte Maximallösung 3G um, um zusätzlich Raum für Büros und ein neues zentrales Archiv zu schaffen.
Der Generalplaner, für den die Gemeindevertretung sich entschieden hat, ist in Seeheim-Jugenheim nicht unbekannt. Loewer+Partner Architekten und Ingenieure realisierten bereits die Sporthalle an der Düne im Schuldorf. Gegen vier weitere Konkurrenten konnte sich das Büro aus Darmstadt mit seinem Vorentwurf durchsetzen und arbeitet nun an der konkreten Entwurfsplanung.

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