KZ Osthofen und seine Häftlinge aus Seeheim-Jugenheim

Gedenken und Suche nach biografischen Daten

Die Gemeinde und der Arbeitskreis Frieden der evangelischen Kirche Seeheim-Malchen haben am 9. November zu einer Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 eingeladen. Nach einer Mahnwache auf dem Sebastiansmarkt vor der Gedenktafel für die jüdischen Opfer des Holocaust gab es anschließend im Haus Hufnagel einen Vortrag über die Gedenkstätte KZ Osthofen, die sich nur rund 30 Kilometer von Seeheim-Jugenheim entfernt in der Nähe von Worms befindet.

Das Konzentrationslager war das erste, das in Deutschland unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis 1933 errichtet wurde und zur frühen Abschreckung der politischen Gegner dienen sollte. Neben der Geschichte des Konzentrationslagers berichtete Martina Ruppert-Kelly vom pädagogischen Dienst der heutigen Gedenkstätte im voll besetzten Haus Hufnagel unter anderem auch über die Häftlinge aus Seeheim-Jugenheim, die es in Osthofen gab. Zehn Namen sind bekannt, doch über die Lebensgeschichten lässt sich nur wenig sagen. Um hier weitere Forschungsarbeit betreiben zu können, bittet die Gemeinde gemeinsam mit der Gedenkstätte die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. Wer weiß Näheres über den Zimmermann Adam Burkhardt, den Bildhauer Odin Greiner, den Arzt Dr. Karl Johann Günther, den Heizer Adam Hach, den Weißbinder Johann Adam Hechler, den Schlosser Friedrich Schaaf, den Zimmermann Heinrich Schaaf, den Weißbinder Ludwig Mütz sowie Josef Schwab und Werner Weissmantel? Für Hinweise und Rückfragen: Pressestelle der Gemeinde, Tel. 06257/990-103 oder presse@seeheim-jugenheim.de.


Auf dem Bild: Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Martina Ruppert-Kelly über die Gedenkstätte KZ Osthofen im Rahmen der Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen 1938 im Haus Hufnagel.

Foto: Klaus Kraft

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