Die Lebensgeschichten zu den Stolpersteinen

Auf den Spuren jüdischen Lebens in Jugenheim

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags veranstaltet die Gemeinde Seeheim-Jugenheim in Kooperation mit dem Arbeitskreis Ökumene am Sonntag, dem 26. Januar, eine Stolpersteinführung (Flyer). Klaus Knoche, der sich für den Runden Tisch „Wider das Vergessen“ mit den Lebensläufen der Juden in der Bergstraßenkommune beschäftigt hat, begibt sich auf die Spuren jüdischen Lebens in Jugenheim und erzählt zu den Namen und Daten auf den Steinen die Geschichten, die dahinterstecken.

Bereits 2018 gab es im Rahmen der Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938 eine Stolpersteinführung in Seeheim, die auf großes Interesse stieß und wo der Wunsch entstand, eine solche Führung auch in Jugenheim zu veranstalten. Zwischen 2013 und 2014 wurden in Seeheim-Jugenheim insgesamt 40 Stolpersteine als Zeichen der Erinnerung in das Pflaster gesetzt. Die Idee, mit den kleinen quadratischen Messingtafeln an das Schicksal jener Menschen zu erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden, geht auf den in Köln lebenden Künstler Gunter Demnig zurück. Rund 70.000 Stolpersteine wurden seit dem Start seines Projekts 1992 in europäischen Kommunen verlegt: das größte dezentrale Mahnmal weltweit.

Mit der Stolpersteinführung in Jugenheim soll die Erinnerung wach gehalten werden an die unzähligen Opfer des Nazi-Regimes, denn „ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, so Gunter Demnig. Und die Geschichte der Opfer erzählt auch die Geschichte der Täter. Treffpunkt für die Führung ist um 15 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in der Lindenstraße 6. Nach einer kurzen Einführung geht es zu den Stolpersteinen in der Hauptstraße und in der Ludwigstraße. Zurück im Gemeindehaus gibt es bei Tee und Broten von den Landfrauen Seeheim-Jugenheim die Möglichkeit für einen Austausch.

Auf dem Bild: Die Stolpersteinführung im November 2018 stieß auf großes Interesse: Rund 100 Teilnehmer begaben sich gemeinsam mit Klaus Knoche vom Runden Tisch „Wider das Vergessen“ auf die Spuren jüdischen Lebens in Seeheim. Anlässlich des Holocaust-Gedenktags 2020 gibt es nun am 26. Januar eine weitere Stolpersteinführung in Jugenheim.

Foto: Mi / Gemeinde Seeheim-Jugenheim

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