Wehrmachtsoffizier rettet jüdische NS-Opfer

Ausstellung „Karl Plagge – ein Gerechter unter den Völkern“

Seit vielen Jahren erinnert die Gemeinde Seeheim-Jugenheim mit Veranstaltungen an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938. In dieser Nacht wurden in Deutschland Synagogen angezündet, jüdische Geschäfte geplündert und tausende von Juden misshandelt, gefoltert, verhaftet und ermordet. Auch in der Bergstraßengemeinde litten jüdische Familien.

Die Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Gemeindevorstand zeigt aus diesem Anlass die Ausstellung „Karl Plagge – Ein Gerechter unter den Völkern“. Eröffnet wird die Ausstellung in der Gemeindeverwaltung (Georg-Kaiser-Platz 3) am Montag, 31. Oktober, um 17 Uhr von Bürgermeister Olaf Kühn.

10.2016 Karl Plagge

Die von der Darmstädter Geschichtswerkstatt erarbeitete Ausstellung zeigt den Lebensweg des Wehrmachtsoffiziers Karl Plagge. Auf zwölf Schautafeln wird an die Rettung von etwa 250 jüdischer Zwangsarbeiter durch Plagge erinnert. Als Leiter eines Heereskraftfahrparks im litauischen Wilna bewahrte er die Menschen vor dem sicheren Tod in einem deutschen Vernichtungslager.

Im April 2005 wurde Karl Plagge, der 1957 in Darmstadt verstorben ist, von der nationalen israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, in Jerusalem mit der Ehrung „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Foto: Karl Plagge rettete jüdische Zwangsarbeiter

In der Ausstellung ist auch das jüdische Leben vor dem Zweiten Weltkrieg in Litauen dargestellt. Auch die Besetzung des Landes durch deutsche Truppen und der vereinzelte jüdische Widerstand wird gezeigt.

Die Öffnungszeiten sind: Montags und dienstags jeweils von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 15 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 19 Uhr sowie freitags von 8 bis 12.00 Uhr. Letzer Ausstellungstag ist der 11. November.

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