Tränen für Anteilnahme in Ceregnano

Alljährlich am 25. April wird in Italien an die Befreiung vom Faschismus, an das Ende der Besetzung durch die Nationalsozialisten sowie an die der Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert. In Ceregano, der italienischen Partnergemeinde Seeheim-Jugenheims und in der Nachbargemeinde Villadose wird dieser Nationalfeiertag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung begangen. 1945 hatten deutsche Soldaten während ihres Rückzugs aus Italien in beiden Orten Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen.

21 männliche Bewohner im Alter von 13 bis 75 Jahren wurden als Vergeltung für einen Partisanenangriff erschossen. Nur drei junge Männer überlebten das Massaker. Sie lagen unter den Leichen und waren von dem Erschießungskommando für tot gehalten worden.

05.2016 Tränen für Anteilnahme in CerergnanoBild: Beim Gottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus in der italienischen Partnergemeinde Ceregnano reichen sich Seeheim-Jugenheims Bürgermeister Olaf Kühn, der Kombattant Egidio Manfrinati, Ceregnanos Bürgermeister Ivan Dall´Ara, der Präsident des Partnerschaftsverein in Ceregnano Ivo Zambello und Giulio Mollo, der Vorsitzende des Seeheim-Jugenheimer Partnerschaftsverein die Hände für Frieden und Verständigung. (v.l.n.r.).

Seeheim-Jugenheims Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos), der auch in diesem Jahr auf Einladung seines Bürgermeisterkollegen Ivan Dall’Ara in Ceregnano und in Villadose an den Gedenkfeiern teilnahm, erinnerte in seinen Ansprachen an dieses Ereignis. Begleitet wurde Kühn von Giulio Mollo, dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins.

Zusammen mit der Bevölkerung gingen sie abschließend auf die Friedhöfe beider Orte. Auf den Gräbern der Ermordeten legten Kühn und Dall’Ara Kränze nieder. „Wenn Angehörige der Opfer nach zweiundsiebzig Jahren mir mit Tränen in den Augen für meine Anteilnahme danken“, so Kühn, „dann ist das ein tief bewegender Moment.“

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