Sind Grabmale standsicher?

Einmal im Jahr muss jeder Grabstein auf seine Standsicherheit überprüft werden. Dies fordert das Gesetz. Nachdem die Gemeinde diese Prüfungen selbst vorgenommen hat, wird in diesem Jahr erstmals ein zugelassenes Unternehmen im Auftrag der Gemeinde die Prüfung der Standsicherheit auf den Friedhöfen durchführen.

Die Fachfirma ermittelt hierbei exakt mit Hilfe eines speziell für solche Grabsteinüberprüfungen entwickelten Messgerätes auftretende Mängel bezüglich der Standsicherheit. Dies führt zu einem neutralen Prüfungsergebnis.

Nach den gültigen Unfallverhütungsvorschriften sowie der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes hat die Gemeinde die Verkehrssicherungspflicht. Damit soll sichergestellt werden, dass Grabsteine nicht umstürzen und dadurch erhebliche Personenschäden verursachen können.

Einwirkung auf die Standsicherheit der Grabmale haben nicht nur Witterungseinflüsse oder Absenkungen des Erdreiches. Auch die Verdübelung zwischen Grabstein und Sockel kann im Laufe der Jahre Mängel aufweisen.

Die Gemeinde bittet um Verständnis für die Maßnahme. Denn es geht um die Sicherheit der Besucher und der Beschäftigen des Friedhofes gleichermaßen.

Die Prüfung vom Fachunternehmen stellt sicher, dass ein festgelegtes Verfahren gemäß den Unfallverhütungsvorschriften durchgeführt wird. So darf ein Grabstein nach Ansicht der Experten nicht schwanken oder gar umfallen, wenn am oberen Ende eine Druckkraft von 500 Newton (50 kg) ausgeübt wird. Falsch ist hingegen die Annahme, die Überprüfung wird durch Hin- und Herrütteln vorgenommen, wodurch der Grabstein losgerissen würde.

Grabsteine, die bei der fachtechnischen Prüfung als nicht standsicher eingestuft werden, werden mit einem entsprechenden Warnaufkleber versehen. Ist Gefahr für Leib und Leben der Friedhofsbesucher im Verzuge, wird das Grabmal mit einem zusätzlichen Warnmittel gekennzeichnet und gesichert.

Die Nutzungsberechtigten erhalten, soweit ihre Anschriften der Gemeinde bekannt sind, eine Aufforderung, die Standsicherheit des Grabmales wiederherstellen zu lassen. Der Gemeinde ist der Nachweis zu erbringen, dass eine ordnungsgemäße Instandsetzung durch eine Fachfirma stattgefunden hat. Die Gemeinde weist daraufhin, dass für Schäden, die durch Umfallen von Grabmalen entstehen, ausschließlich der Nutzungsberechtigte haftbar ist. Eine Haftung der Gemeinde ergäbe sich allerdings, wenn diese schuldhaft ihrer Prüfungspflicht nicht nachkommen würde.

Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, sich von der Prüfung ein eigenes Bild zu machen und sich vor Ort von ihrer Ordnungsmäßigkeit zu überzeugen.

Die Prüfungen wird am Montag (24. Oktober) auf dem Waldfriedhof Seeheim ab 11.00 Uhr, Alter Friedhof ab 13.30 Uhr Friedhof Balkhausen ab 15.45 Uhr und am Dienstag (25. Oktober) auf dem Friedhöfen Jugenheim ab 8.00 Uhr, Malchen ab 11.00 Uhr und Ober-Beerbach ab 11.45 Uhr.

Die Anfangszeit des ersten Friedhofs eines jeden Tages steht fest. Die weiteren Anfangszeiten können sich geringfügig aufgrund der auf den vorherigen Friedhöfen vorgefundenen Verhältnisse verändern.

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