50. Todestag von Christian Stock

Am Donnerstag, 13. April, jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Christian Stock. Er war Hessens erster freigewählter Ministerpräsident nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende des Nationalsozialismus. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof an der Laurentiuskirche in Seeheim.

Geboren wurde Stock am 28. August 1884 in Darmstadt. Nach dem Besuch der Volksschule in Pfungstadt machte er eine Lehre als Zigarrenmacher. 1902 trat er der SPD bei.

Christian Stock, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, konnte nie daran denken, eine weiterführende Schule zu besuchen. So nutzte er die Fortbildungsangebote der Arbeiterbewegung. Er belegte Kurse, die von Studenten der Technischen Hochschule Darmstadt. Mit 26 Jahren wurde er hauptamtlicher Bezirkssekretär des deutschen Tabakarbeiterverbandes für Südhessen, die Pfalz und Nordbaden in Heidelberg.

1921 zog er als jüngster Abgeordneter in die Weimarer Nationalversammlung ein. In Heidelberg, wo er Direktor der AOK war, engagierte er sich in der Kommunalpolitik. Später wechselte er an die Spitze der AOK in Frankfurt am Main. Aus diesem Amt vertrieben ihn die Nationalsozialisten 1933. Von der hessischen Polizei wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager in Kislau gebracht.

Nach seiner Freilassung betrieb Stock einen Tabakwarenladen, zunächst in Seeheim, später in Darmstadt. Seit 1932 wohnte er mit seiner späteren Frau Anni in Seeheim. Wenige Zeit nach Kriegsende ernannte man ihn zum Präsidenten der Landesversicherungsanstalt.

Als Mitglied der Verfassungsgebenden beratenden Landesversammlung bereitete er die Landesverfassung des neuen Landes Hessen mit vor. Er wurde in den Landtag gewählt und 1946 Hessens erster Ministerpräsident. Als Vorsitzender der westdeutschen Ministerpräsidentenkonferenz war er intensiv mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland befasst. In seine Amtszeit fiel der demokratische und wirtschaftliche Aufbau Hessens. Im Januar 1951 übergab er das Amt seinem Nachfolger Georg August Zinn. Damit begabten und minderbemittelten Schülern des Schuldorfes Bergstraße eine Chance auf Weiterbildung geboten wird, beschlossen vor seinem Tod mit seiner Frau sein Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung fließen zu lassen. Jedes Jahr erhalten seitdem Schüler ein Stipendium.

1952 ernannte die Gemeinde Seeheim ihn zum Ehrenbürger. Das Sport-Stadion ist nach ihm benannt.

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