13-Jährige überlebt KZ Auschwitz

Eva Szepesi floh mit 13 Jahren aus Budapest vor den Nazis. Auf sich allein gestellt führt ihr Weg durch Ungarn in die Slowakei. Hier wird sie aufgegriffen und im Viehwagen ins Konzentrationslager Ausschwitz deportiert. 50 Jahre hat sie über ihre grauenvollen Erlebnisse geschwiegen. Erst als der amerikanische Regisseur Steven Spielberg Interviews mit den Überlebenden vom Holocaust für seinen Film „Schindler Liste“ führt, berichtet sie. Sie fährt mit ihren Enkeln nach Polen in das Museum „KZ-Auschwitz“.

In Seeheim-Jugenheim erzählt sie ihre Geschichte aus Anlass des Gedenkens an die Pogromnacht 1938.

Auf Einladung der Pressestelle der Gemeinde und mit Unterstützung der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung kommt sie am Freitag, 10. November, zu einem Zeitzeugengespräch in das Haus Hufnagel in der Bergstraße 20. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Die heute 85-Jährige ist eines von rund 400 Kindern unter 15 Jahren, die das Grauen des Holocaust überlebten. Ihre Mutter und jüngere Bruder werden in Auschwitz ebenso wie viele Familienangehörige ermordet. Ihr Vater gilt als verschollen. Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass er auch ermordet wurde.

In ihren linken Arm des Mädchens wird die Häftlingsnummer A 26877 eintätowiert. Die geborene Eva Diamant muss hart arbeiten. Schläge, Kälte, Hunger, Einsamkeit, Misshandlungen, Dreck und Krankheiten erleidet sie Tag für Tag. Ein russischer Soldat findet sie bei der Befreiung des Lagers am 27. Januar 1947 fast verhungert und verdurstet auf einer dreckigen Pritsche neben Toten und Sterbenden.

Ihre Erinnerungen hat sie in dem Buch „Ein Mädchen allein auf der Flucht. Ungarn-Slowakei-Polen“ aufgeschrieben und veröffentlicht. „Daraus wird sie auch vorlesen“, kündigt Karsten Paetzold, Pressesprecher der Gemeinde an. „Es gibt täglich weniger Zeitzeugen“, deshalb freut er sich, dass er die Zeitzeugin für die Veranstaltung zugesagt hat. Die Zuhörer können Fragen stellen. Außerdem wird das Buch zum Verkauf angeboten. Auf Wunsch wird Szepesi es signieren.

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